Schönramer – Europas erfolgreichste Brauerei

Am Mittwoch den 13. September wurden im Rahmen der drinctec, der Weltleitmesse für die Brau- und Getränkeindustrie, die Medaillen des European Beer Star 2017 vergeben. Mit dreimal Gold und einmal Bronze kommt die erfolgreichste Brauerei des Wettbewerbs aus dem Oberbayerischen Voralpenland. Die Auszeichnungen sind eine Bestätigung der Philosophie die Biere traditionell und handwerklich mit qualitativ hochwertigen Rohstoffen herzustellen.

Beim European Beer Star werden Goldmedaillen in verschiedensten Kategorien vergeben. Die Königsdisziplinen sind dabei natürlich die bekannten Biersorten wie Helles, Weißbier, Export, Pils und viele mehr. Entscheidend ist jedoch, dass es in jeder dieser Kategorien nur eine einzige Goldmedaille zu holen gibt. Der Privaten Landbrauerei Schönram gelang es 2017 gleich vier der begehrten Auszeichnungen zu gewinnen. In den klassischen Kategorien „German Style Helles / Lager“, „European Style Export“, und „European Style Dunkel“ erreichte die Brauerei mit den Bieren „Schönramer Hell“, „Schönramer Gold“ und „Schönramer Dunkel“ jeweils den ersten Platz. Zusätzlich ging die Bronzemedaille in der Kategorie „German Style Leichtbier“ an das Schönramer Leichte „Surtaler Schankbier“. Vom Schönramer Bier wurden sechs Biere zum Wettbewerb in den verschiedenen Kategorien angemeldet, „da ist eine Ausbeute von vier Medaillen und davon drei Goldene eigentlich eine Sensation“ zeigt sich Brauereichef Alfred Oberlindober begeistert. Dabei wurden insgesamt über 2.100 Biere aus aller Welt zum Wettbewerb angemeldet. Gemessen am olympischen Medaillenspiegel ist die Private Landbrauerei aus dem idyllischen Schönram 2017 die erfolgreichste Brauerei Europas.

Europas bedeutendster Bierverkostungswettbewerb

Zusammen mit dem World Beer Cup ist der European Beer Star der wichtigste Wettbewerb für die Brauerszene weltweit, denn auch beim European Beer Star können Brauereien aus der ganzen Welt teilnehmen, solange sie sich der Europäischen Brauart verpflichtet fühlen. Von den 2.151 teilnehmenden Bieren, kamen ca. 40% aus Deutschland, der Rest aus 46 verschiedenen Ländern von allen Kontinenten. Im Gegensatz zu vielen anderen Wettbewerben wird in jeder Kategorie nur eine Goldmedaille vergeben. Bei anderen Wettbewerben werden alle Biere mit Gold, Silber und Bronze ausgezeichnet, die bestimmte Kriterien erfüllen. Umso schwieriger sind die Medaillen beim European Beer Star zu gewinnen und umso größer ist deshalb die Freude in Schönram.

Die Schönramer Philosophie

Die Gründe für den Erfolg und die vielen Auszeichnungen der vergangenen Jahre liegen in der gelebten Philosophie der Brauerei. Qualität und Regionalität stehen in Schönram an oberster Stelle und zwar nicht nur auf dem Papier. Letztlich sind es die Mitarbeiter, die diese Werte leben und so zur Qualität der Produkte aber auch zur Marke Schönramer beitragen. Die Rohstoffe Hopfen und Malz werden sorgfältigst von Braumeister Eric Toft persönlich ausgesucht. Der Hopfen kommt aus der Hallertau (Bayern) und aus Tettnang am Bodensee (Bayern/Baden-Württemberg) und auch das Malz wird ausschließlich aus Bayern bezogen. Dabei pflegt die Brauerei freundschaftliche Beziehungen zu den Erzeugern und arbeitet mit Direktverträgen mit den Bauern, anstatt die Rohstoffe günstiger vom freien Markt zu kaufen. Die Brauerei profitiert von der engen Zusammenarbeit durch den größeren Einfluss auf den Hopfen von der Auswahl der Anbauflächen bis zur Ernte. Die Bauern profitieren von langfristigen Verträgen und höherer Sicherheit und Wertschöpfung für ihre Betriebe. Neben der Auswahl der Rohstoffe spielt auch die traditionelle Herstellung eine große Rolle. Die Hauptgärung der Schönramer Biere findet in offenen Gärbottichen statt. Bestimmte Stoffe die während dem Gärprozess entstehen und im Bier nicht erwünscht sind, werden täglich per Hand von unseren Brauern abgeschöpft. „Diese Details machen das Brauen zwar aufwändiger, wirken sich aber letzten Endes positiv auf die Qualität unserer Biere aus“ weiß Braumeister Eric Toft. Da viel Handarbeit und Passion gefragt ist, spielt natürlich auch das gesamte Team der Brauerei eine wichtige Rolle. Jeder einzelne trägt zur Qualität des Endprodukts bei. Dass das Schönramer Bier nach der Herstellung weder kurzzeiterhitzt noch pasteurisiert wird, um es länger haltbar zu machen ist in Schönram selbstverständlich. „Unser Bier ist und bleibt ein Naturprodukt mit unverfälschtem Geschmack“ sagt Brauereichef Oberlindober. „Dass die Schönramer Produkte preislich nicht mit anderen in Konzernbrauereien hergestellten Produkten konkurrieren können und wollen, ist naheliegend. Die Schönramer Kunden schätzen Geschmack, Qualität und Regionalität“ sagt Verkaufsleiter Thomas Ehrmann.

Der bayerisch-amerikanische Braumeister

Dass in Schönram Tradition großgeschrieben wird, aber auch der Fortschritt nicht zu kurz kommt beweist der bayerisch-amerikanische Braumeister Eric Toft. Nach seinem Geophysik-Studium wäre Toft beinahe im Ölgewerbe in Saudi-Arabien gelandet, bevor er sich entschloss doch nach Bayern zu gehen, um seiner eigentlichen Berufung, dem Brauen zu folgen. Nach seinem Studium zum Diplombraumeister in Weihenstephan arbeitete er in Belgien und Deutschland, bis er 1998 nach Schönram wechselte. Dort angekommen war die Skepsis an den heimischen Stammtischen groß. Toft veränderte in den ersten zwei Jahren die Rezeptur der Biere kaum, trotzdem wollten die Biertrinker bereits riesige Unterschiede erkannt haben. Erst dann begann er die Rezeptur Schritt für Schritt zu überarbeiten – mit großem Erfolg. Zwanzig Jahre später ist er aus dem Betrieb nicht wegzudenken und verkörpert sowohl die Seele des Schönramer Bieres, als auch die Offenheit des Unternehmens über den bayerischen Tellerrand hinauszublicken. Toft hat sich aber nicht nur im Betrieb integriert, sein bayerisch ist nicht vom Dialekt der Einheimischen zu unterscheiden und in der heimischen Blasmusikkapelle ist er am Tenorhorn aktiv. Er ist eben ein waschechter Bayer mit amerikanischen Wurzeln.

Die Siegerbiere und ihre Besonderheiten

Jedes der vier ausgezeichneten Biere hat seine geschmacklichen Besonderheiten. Das „Schönramer Hell“ hat sich zu einem der beliebtesten Biere Südostbayerns entwickelt. Es gehört zum Typ Münchener Hell, ist aber etwas stärker und hopfenbetonter als seine Mitstreiter. Der ausgewogene Zweiklang aus Hopfen und Malz und die angenehme Bittere auf der Zunge machen den Geschmack so besonders. Seine strohgelbe Farbe entsteht durch die Verwendung besonderer Gerstensorten. Das Helle trinkt man am liebsten in Gesellschaft. Das „Schönramer Dunkel“ wird ausschließlich mit dunkel gerösteten Malzsorten hergestellt ohne Verwendung von Malzsirup oder hellem Malz. Es gilt als besonders vollmundig und passt perfekt zu Schweinebraten, Schweinshaxen und allen Wildgerichten. Das Dunkle ist übrigens ein sehr traditionsreiches Bier, vor etwa 100 Jahren wurden fast ausschließlich dunkle Biere gebraut. Das „Schönramer Gold“ gehört zum Typ Wies’n Märzen und gilt als „hinterfotzig“, denn die 0,6% mehr an Alkoholgehalt haben es in sich. Die goldgelbe Farbe und die honigsüße Note machen das Gold extrem angenehm zu Trinken. Leichte Käsesorten und deftige Brotzeiten heben diese Aromen noch hervor. Im Fass ist das Gold übrigens nur naturtrüb erhältlich. Das „Surtaler Schankbier“ hat nur 3,5% Alkohol und besticht mit seinem malzigen Aroma. Durch die Verwendung von ausgesuchten Spezialmalzen hat es mehr Rückgrat als viele seiner Konkurrenten. Das „Surtaler“ ist eine wohlschmeckende Alternative zu Biermischgetränken.